Trainer auf der Sonneninsel Usedom

Von: Andreas Stübs
Gesendet: Mittwoch, 6. Mai 2009 09:53
An: Info@bsa-ang.de
Betreff: Erfahrungsbericht

Ein sportliches Hallo an die BSA- Mannschaft,

jetzt könnte ich die schöne Seeluft am Strand genießen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, doch ich sitze noch im Büro, obwohl ich eigentlich schon längst Feierabend habe. Aber ich habe Herrn Hansch auch versprochen, einen kurzen Bericht zu meinem Job als Trainer auf der Sonneninsel Usedom zu schreiben. Nun gut…

Ich arbeite in den 3-Kaiserbädern. Diese nennen sich aufgrund der heilenden Sole, die hier aus den Tiefen gepumt wird, Seeheilbäder. Mittlerweile bin ich 1½ Jahre auf dem Eiland in den Hotels eines großen Familienunternehmens als „Sportanimateur“ angestellt. Wobei Animatuer nicht wirklich zu meinen eigentlichen Aufgaben passt. In den Hotels der 3 bis 5 Sterne Kategorie gebe ich verschiedene Kurse, die den zumeist hohen Ansprüchen der Gäste gerecht werden müssen. Dafür fahre ich täglich mit dem Rad von Haus zu Haus. Neben der Wassergymnastik sind Nordic- Walking und Chi-Gong die Kurse, die von den Gästen am meisten gebucht werden. Das Unternehmen hat mir dafür Lizenzausbildungen in Nordic-Walking und Tai- Chi/Chi-Gong finanziert. Die Grundübungen des Tai-Chi und Chi-Gong habe ich bereits in den Nachmittagsstunden bei Herrn Morgenstern an der BSA-Angermünde erlernt. Ich denke auch, dass dies ein Grund für das Unternehmen war, mich hier einzustellen.

Mit der Ausbildung zum Sportassistenten habe ich zwar einen Beruf erlernt, der sich mit sportlicher Leistung beschäftigt - Leistungssportler die hier Urlaub machen findet man aber in unseren Hotels eher selten - dafür junge Familien, Jungsenioren und Senioren. Sie haben den Anspruch im Urlaub etwas für ihre Gesundheit tun zu können, da Sie im Alltag oft nicht die Zeit dazu finden. Und diese Gäste wollen bewegt werden. Dies lässt sich wunderbar während der Wassergymnastik umsetzen. Hierzu bekommt man die Gäste leicht motiviert und kann Sie dabei für weitere Kurse gewinnen. Auch der eine oder andere Spaß mit dem Gast hat hier manchmal Platz.

Mit der Zeit habe ich außerdem einen Großteil der Urlauberinsel erkundet und führe die Gäste nun mit dem Rad durch die Orte. In diesem Jahr habe ich auch den östlichsten Teil der Insel – Polen – erschlossen. Und da ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, macht mir die Arbeit dementsprechend viel Spaß.

Ich gebe während der Woche aber nicht nur Kurse am laufenden Band. Ist das Wetter besonders schön, melden sich nur wenige Gäste an. Dann habe ich die Zeit den Papierkram zu erledigen. Kurs Vor- und Nachbereitung, Berichte und Angebote schreiben, Printmedien mit Werbetexten entwerfen und die Internetseite aktualisieren, das gehört zum Job dazu. Manchmal werde ich auch abgerufen und helfe an der Rezeption im Wellnessbereich aus.

Das Schöne an meiner Arbeit ist, mir wird nie langweilig. Es ist eine Art Selbstständigkeit. Wichtig ist nur, mit dem Programm, dass ich anbiete, muss ich möglichst viele Gäste ansprechen und die Kurse müssen so gut sein, dass der Gast gern wieder kommt. Etwa alle 2 Stunden bin ich an einem anderen Ort in einer anderen Situation. Ich abreite drinnen, draußen und am PC, mit zumeist gut gelaunten Urlaubern und auch mit der Geschäftsführung zusammen.

Auch nach der Arbeit muss einem nicht langweilig werden. Wegen der jährlich wachsenden Urlauberschar auf Usedom wächst natürlich auch das Freizeitangebot. Man kann hier auf verschiedenster Art Luft, Land und See erobern. Inselsafaries, klettern, Drachen fliegen oder „Banane fahren“ auf der Ostsee sind nur Auszüge aus den 1001 Angeboten hier auf der Insel. Ich hatte z. B. letztes Jahr durch einen Freund die Möglichkeit, die Golf- Platzreife auf dem Balmer Golfplatz abzulegen. Kitesurfen, eine große Mountainbiketour und ein Inselrundflug stehen in diesem Jahr auf meiner Wunschliste. Es ist beruflich wie auch privat traumhaft.

Nun noch ein paar Worte zur Ausbildung. Ich hatte das Glück, über unseren Klassenlehrer Herrn Jädicke einen Praktikumsplatz in den Hotels auf Usedom zu bekommen. Hierfür bin ich ihm sehr dankbar. Auch auf seine Hinweise und Tipps aus seiner praktischen Erfahrung im Sportgeschäft konnte ich bisher oft zurückgreifen. Ein durch und durch sehr guter Lehrer seines Fachs. Ein weiterer wichtiger Vertreter der BSA ist Herr Morgenstern. Seine Motivation und sein Engagement färbte auf viele von uns ab. Er gab uns zum Beispiel völlig kostenlos in den Nachmittagsstunden Unterricht in vielen AG´s, er setzte sich für die Schüler ein und war für uns auch gleichzeitig so etwas wie ein Vertrauenslehrer. Vielen Dank Herr Morgenstern. Schön dass Sie auch weiterhin von den Schülern der BSA geschätzt werden dürfen. Auch an alle anderen Lehrer, besonders Frau Brennauer, Herr Walther und Frau Amende, die es mit Einigen von uns nicht immer leicht hatten, Ihren Job aber sehr ernst nehmen - vielen Dank. Insgesamt war es an der BSA eine schöne aber kurze und dennoch lehrreiche Zeit.

… So das soll´s dann auch gewesen sein. Nun werde ich mich mal an den Strand begeben und im Strandkorb einen Cocktail trinken – Alkoholfrei natürlich ;-).

Grüße und bis bald

Andreas Stübs (SP05)

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