9.08.11 08:51 Alter: 284 days

Sommerlager am Wolletzsee

Ein Bericht von Cindy Krüger, SP10-2

Nachdem sich alle auf Grund des Praktikums ganze vier Wochen lang nicht gesehen hatten, war die Vorfreude auf ein baldiges Wiedersehen zunächst sehr groß. Die Voraussetzungen dafür waren auch optimal. Schließlich hieß es für alle: Sommer, Strand, Beachvolleyball und Baden gehen. Den ganzen Tag faulenzen und sich von der Wärme der Sonne berieseln lassen. Ganz wichtig: wenig geistige und körperliche Aktivitäten. So etwas wäre für den Schüler katastrophal, da er sich ja schon  mental in den Sommerferien befindet und das Sommerlager sollte das Ganze nur einleiten.

Doch wie heißt es so schön? Erstens kommt alles anders und zweitens, als man denkt.

Geplagt vom Frühaufstehen und dem regnerischen Wetter, dennoch euphorisiert von der baldigen Zusammenkunft mit meinen geschätzten Mitschülern, machte ich mich auf den Weg nach Angermünde. Natürlich trug die Bahn noch ihren Teil dazu bei, dass ich stolze zwei Stunden zu spät kam. Meine Laune näherte sich dem Nullpunkt. Wie soll man denn bei so einem Wetter den Strand genießen? Wie soll man da generell etwas genießen?

Also trafen ein paar Mitschüler und ich fast zwei Stunden später in der Schule ein. Am Nachmittag sollte erst der Weg zum Strand fortgesetzt werden.

Mit schlechter Laune im Klassenraum angekommen, sah ich in die gequälten Gesichter meiner Mitschüler.

Arbeitsaufträge? Wie jetzt? Ich dachte, wir können entspannen?!

Falsch gedacht. Jeder Schüler sollte einen Kurzentwurf für eine entsprechende Beachvolleyball-Technik entwerfen. Wahlweise auch für Schwimmtechniken, Frisbee oder Jonglieren. Diese Stunde musste dann im Laufe der Woche vor der eigenen Gruppe vorgetragen werden.

Des Weiteren war es für jeden Schüler möglich, das silberne Abzeichen für den Rettungsschwimmer zu absolvieren. Allerdings wollten sich nur wenige dieser Herausforderung stellen und ich war eine davon.

Zurück zum Arbeitsauftrag. Natürlich stießen die Lehrer auf eher wenig positive Resonanz der Schüler. Aber dennoch widmete sich jeder eifrig seiner Aufgabenstellung um das Bestmögliche daraus zu machen.

Am Mittag verschlug es uns dann bei sehr wechselhaftem Wetter zu dem oben erwähnten Wolletzsee, wo wir auch den restlichen Nachmittag noch verbrachten, um die Vorbereitungen für die nächsten Tage zu machen.

Tag zwei des Sommerlagers. Erneut geplagt vom Frühaufstehen und dem wechselhaften Wetter, standen an dem Tag die ersten Lehrproben an. Die Leute machten ihren Job gut. So versuchten sie schließlich, ihr in kurzer Zeit erlangtes Wissen von diversen Techniken zu vermitteln. Dem Einen gelang es, dem Anderen eher weniger. Auch der See sollte uns nicht vorenthalten bleiben. Bei sehr frischen Lufttemperaturen erschien das Wasser aber umso wärmer.

Der krönende Abschluss des Tages wurde dann in Herr Krakows Garten zelebriert. Die Sportklassen versammelten sich zu einem gemütlichen Beisammensein mit Speis und Trank und ließen den Abend entsprechend ausklingen. „Hicks“.

Tag drei des turbulenten Sommercamps. In alter Frische wurden auch diesmal die vorbereiteten Stunden vorgetragen.  Allerdings trennten sich mittags die Wege einiger Leute, da das Rettungsschwimmer-Lehrteam der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) die freiwilligen Anwärter auf das silberne Abzeichen durch die Fluten des Wolletzsees scheuchen musste. Auch ich war mit von der Partie.

So galt es, die vorgegebenen Hürden zu meistern. Unter anderem 25 Meter Streckentauchen, 400 Meter Schwimmen in verschiedenen Schwimmstilen sowie mit Kleidung schwimmen und Leute „abtransportieren“. Auch lebenserhaltene Maßnahmen standen auf dem Lehrplan. An konditionsarmen Menschen, wie mich, ging das Ganze natürlich körperlich nicht spurlos vorbei. Aber alles in Allem war es eine nette Erfahrung, um herauszufinden, ob man diesen Vorgaben der DLRG gerecht wird. Aus zeitlichen Gründen sollten die letzten Aufgaben für das Abzeichen am Freitag fortgesetzt werden.

Tag vier. Ich war noch immer völlig niedergeschlagen vom Vortag. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das nur bei mir der Fall war. Ich sollte mehr Sport treiben, gestand ich mir ein und somit lockte ich meine Reservekraft hervor, um die letzten Lehrproben meiner Mitschüler im Beachvolleyball zu bewältigen. Ein kräftiger Regenguss beendete jedoch den vorletzten Tag des Sommercamps und der Wetterbericht versprach für den folgenden Tag keine guten Aussichten.

Der fünfte und letzte Tag. Der Wetterbericht behielt Recht. Zwar konnte man anfangs den Tag bei  einem frischen Mix von Sonne und Wolken mit dem geplanten Beachvolleyball-Turnier starten, jedoch nicht beenden. Nach circa einer Stunde Aufenthalt wurden wir von einer Schlechtwetterfront überrumpelt. Somit konnten die Teams des Turniers ihre Spiele nicht mehr fortsetzen. Für mich war das eher nebensächlich, da ich ja eh noch eine Rechnung mit der DLRG offen hatte. Bei Sturm, Regen und sehr kalten Lufttemperaturen blickte ich hinaus aufs Wasser und hoffte innerlich, dass die ganze Geschichte verschoben wird, da ich ohnehin schon fror. Aber mein allwettertauglicher Lehrer hatte die Fäden in der Hand. Er allein konnte diese Entwarnung geben und mich von meinem Leid erlösen. Doch für ihn müsste anscheinend erst die Welt untergehen.

Circa eine halbe Stunde später hatte auch er ein Einsehen. Er war mein Held der Stunde. Er gab der DLRG Bescheid, dass die offenen Prüfungen für das Abzeichen auf Grund des Wetters am folgenden Montag absolviert werden sollten.

Es war echt schade, dass der letzte Tag wegen der Wetterbedingungen so schlagartig beendet wurde. Auch, wenn am Anfang eher Unzufriedenheit herrschte, wendete sich das Blatt und ich gehe ganz stark davon aus, dass jeder ein wenig Spaß im Sommerlager hatte. Des Weiteren haben wir alle ein paar neue Sachen dazugelernt.

Abschließend kann man also sagen, dass sich die Woche für uns alle gelohnt hat - sei es nur die entsprechende „Vorbräunung“ für den anstehenden Sommer oder ein kleiner Vorgeschmack für ein Überlebenstraining mit Herrn Füger.

Cindy Krüger, SP10-2


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