31.05.11 08:29 Alter: 354 days

Skifahrt nach Meransen, Südtirol

Erlebnisbericht von Cindy Krüger, SP10-2

19.02.2011
Es war 6 Uhr morgens als mein Wecker klingelte und mir signalisierte, dass ich noch meine Tasche packen muss. Ich stieg aus meinem Bett und ein großzügiger Ausfallschritt erinnerte mich an den vorherigen Abend. Was für eine Party! Ich sammelte alles zusammen, was ich brauchte und machte mich abreisebereit. Hab ich auch alles? Um 8 Uhr will der Bus losfahren und ich muss noch zum Bahnhof fahren. Mit Fahrrad!

Kaum am Treffpunkt angekommen, war natürlich die Partyrunde von gestern auch am Start und noch verkaterter als ich. Eifrig tauschten wir uns über den gestrigen Abend aus, was noch so manchen Lacher mit sich brachte. Als die Uhr nun 8 Uhr morgens schlug und noch immer kein Bus in Sicht war, war ich ein wenig genervt. Aber dann, eine ganze geschlagene Stunde später, traf dann doch der Bus ein. Endlich!

Die Busfahrt zog sich dann ca. 12 Stunden lang hin, bis wir in Meransen (Südtirol, Italien) in unserer Pension „Mühlsteiger Hof ankamen. Ein gemeinsames Abendessen sollte dann den gerechten Ausklang mit sich bringen.

20.02.2011
Viel zu zeitig klingelte uns der Wecker aus unseren Betten. Schließlich sollten wir pünktlich bei unserem Skiverleih „Sport Peppi" sein, um uns die individuell angepasste Skiausrüstung abzuholen. Diese durften wir dann den ganzen Tag und die ganze Woche mit uns schleppen. Das war eine nicht ganz sö angenehme Prozedur. Wir marschierten allesamt und schwer bepackt zur „babyblauen" Skipiste in Meransen und wurden unter den anwesenden Lehrern und Skilehrern in Gruppen, je nach Leistungsstand, eingeteilt. Ich durfte mich der Einsteigergruppe zuordnen und machte dieser Gruppe auch alle Ehre. Nachdem uns unsere Lehrer in die Technik des Ski-Anziehens eingewiesen hatten und uns auch über die restlichen Unwissenheiten aufgeklärt hatten, erlernten wir zunächst den „Ski-Pflug", welcher auch gleichzeitig mein bester Freund im Laufe der Woche wurde.

Der Ski-Pflug ist eine Methode, um sichere Kurven zu fahren und um zu bremsen. Dafür werden einfach die vorderen Skispitzen zu einem spitzen Winkel, wie ein umgedrehtes „V" zusammengeführt.

Auch wenn der ein oder andere zunächst sehr wackelig auf den Skiern stand, so war am Ende des Tages ein deutlicher Fortschritt zu sehen und alle kamen mindestens einmal sicher unten an der Piste an.

Am Abend wurde, wie auch an allen anderen Abenden dieser Woche, ein kurzes Tagesresümee der Lehrer gezogen und die Planung für den darauf folgenden Tag gemacht.

21.02.2011
Wieder mal bemerkte ich, dass auch ein zeitiges Schlafengehen nicht gegen die Morgenträgheit standhält und quälte mich aus meinem Bett hinaus.

An diesem Tag sollte es zu einer etwas anspruchsvolleren Skipiste gehen und so verschlug es die ganze Gruppe nach Vals, ein Ort, den wir mit einer ca. 20-minütigen Fahrt in einem vollkommen überfüllten Skibus erreichten. Ich wollte mir nicht ausmalen, wie voll dieser Bus in der Hochsaison gewesen wäre. Vermutlich hätte man dort die Reisenden einfach übereinander gestapelt und den Rest einfach nebenher laufen lassen. Wie auch immer.

In Vals angekommen, stand ich vor meiner ersten Hürde. Eine hoher, wackelnder, schier endlos langer Gondellift sollte uns den Weg auf den Berg hinauf bahnen. Ich mag keine hohen, wackelnden, schier endlos langen Gondellifte, die mir den Weg zu meinem Ziel bahnen sollten. Aber dennoch kam ich nicht daran vorbei. Augen zu und durch.

Oben angekommen, teilten sich die Gruppen in diesem großen Skigebiet auf und absolvierten ihre anstehenden Tagesziele. Auch meine Einsteigergruppe lernte rasend schnell dazu und so kam es, dass letztendlich alle aus dieser Gruppe sich an die rote Piste wagten und diese auch mehr oder weniger erfolgreich bezwangen.

22.02.2011
Tag drei unserer Fahrt, begann so ähnlich, wie am Tag zwei. Außer, dass die Fortschritte jetzt bei jedem unverkennbar waren. Weite Stücke der Pisten wurden nun auch von den Einsteigern im „Schuss" genommen. Unter dem Begriff „Schuss" sollte man nichts anderes verstehen, als dass die Skier, die parallel zueinander stehen, Richtung Tal zeigen. In dieser Falllinie wird dann richtig Fahrt aufgenommen und wer sich mit seinem Leistungsstand übernahm, der lag dann auch gerne mal in einer Böschung oder auf der Piste. Die meisten Stürze wurden aber überwiegend unbeschadet überstanden. Wenn man richtiges Glück hatte, dann wurde der eigene Sturz sogar mit einer Fotostrecke von unserer mitgereisten Fotografin Sarina belichtet. Diese Fotostrecken trugen dann zu einer enormen Belustigung der Tagesauswertung am Abend bei.

23.02.2011
Der vierte Tag brach an und auch diesmal verschlug es uns zu keinem anderen Ort, als nach Vals. Die Pisten in Vals waren einfach für jeden Leistungsstand geeignet. An diesem Tag wurde es wieder ein wenig anspruchsvoller für alle teilnehmenden Personen. Denn nachdem die Tagesübungen absolviert wurden, und wir am Nachtmittag frei umherfahren durften, ließen sich viele den „Funpark" nicht entgehen.

Der Funpark ist ein kleines Areal neben einer Piste, der mit einigen Sprungschanzen ausgestattet war. Die Sprünge waren wieder ausgezeichnetes Fotomaterial für Sarina. Auch ich wagte mich in den Funpark, selbst wenn ich gerade mal auf die Skiern stehen konnte. No risk, no fun.

Ich nahm auf der Piste ein wenig Fahrt auf und näherte mich der kleinen Sprungschanze. Nur noch wenige Meter trennten mich von meinem unbremsbaren Flug. Ich kam an, sprang ab und flog einige Meter weit. Dachte ich. Die Videoaufnahmen zeigten lediglich ein Sprünglein, vergleichbar mit einem Sprung von einer Bordsteinkante. Egal. Ich fand es trotzdem cool.

Der Tag neigte sich dem Ende und nun stand ich vor der Wahl: sollte ich den hohen, wackelnden, schier endlos langen Gondellift nach unten nutzen, oder sollte ich von der Talabfahrt, die weitgehend Teile von der schwarzen Piste beinhaltete, Gebrauch machen? Ich entschied mich für die zweite Variante, wieder ganz frei nach dem Motto: no risk, no fun. Ich fuhr, oder besser: ich stolperte die kilometerlange Talabfahrt hinunter und hatte nur wenig Spaß bei der ganzen Sache. Aber ich kam dennoch heil unten an und war doch ein wenig stolz auf mich.

24.02.2011
Der letzte Tag. Unzufriedenheit machte sich breit, da alle am liebsten noch ein paar Tage länger Bleiben wollen würden. Aber da war nichts zu ändern. Somit genossen alle noch einmal bei herrlichem Wetter den letzten Tag in Vals auf der Piste. Auch ich war wieder mit meiner Gruppe, die sich mittlerweile auf zwei Leute dezimiert hatte, auf der Piste unterwegs. Die rote Piste wurde fast durchgehend im Schuss genommen. Ein Sturz wäre da echt nicht so angenehm gewesen, aber es ging alles gut. Auch an die Talabfahrt wagte ich mich ein weiteres Mal, was ich sogleich auch wieder bereute. Der Skipflug, mein treuer Freund, begleitete mich fast die ganze Abfahrt hinunter. Viele haben auch wieder ihre Sprünge im Funpark präsentiert, die mittlerweile immer sehenswerter wurden. Auch wenn die Landung meist nicht ganz so gut gesinnt ausging. Höher, schneller und weiter, so waren die Fortschritte zu verkennen. Der Tag ging zu Ende, Trauer machte sich breit und es ging ein letztes Mal zurück von Vals nach Meransen. Am Abend erfolgte abermals eine umfangreiche Auswertung und jedes einzelne Mitglied aus der Runde wurde nach vorne gerufen, um geehrt zu werden. Gepriesen wurde das Ganze mit einer Trillerpfeife. Es weiß bis heute noch niemand, weshalb das ausgerechnet in Form von einer Trillerpfeife geehrt wurde. Im Anschluss folgte noch eine umfangreiche Diashow mit Bildern und Videos der vergangenen Tage. Der krönende Abschluss erfolgte dann in einer Bar in Meransen, wo eine gemütliche Runde die vergangene Woche ausklingen ließ.

Im Großen und Ganzen hat sich die ganze Fahrt für mich gelohnt. Bis auf das unpünktliche Reiseunternehmen war die Fahrt sehr gut organisiert. Besonders gefiel mir die Einteilung der Gruppen, sodass niemand auf sich allein gestellt war. Man lernte voneinander und man machte große Fortschritte. Auch den Spaß am Fahren ließ sich keiner nehmen.

Sofern es möglich ist, würde ich auch jederzeit wieder an dieser Fahrt teilnehmen.


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