Der Tag begann vielversprechend, schließlich wurden wir mit einem sonnigen, warmen Tag eines bisher eher mäßig warm verlaufenden Sommers belohnt. Es waren also optimale Voraussetzungen, um ein kurzfristig angesagtes Beachvolleyballturnier der Sportlerklassen durchzuführen. Die Organisation des Turniers übernahmen die Schüler der SP10/2, zum Turnier am Wolletzsee waren außerdem die SP10/1 und SP11 sowie ein bescheidener Rest unserer Absolventen des 09'er Jahrgangs eingeladen.
Um einen fairen Spielmodus zu gestalten und um unsere neuen Mitschüler ein wenig zu integrieren, entschieden wir uns, die Teams nach dem Zufallsprinzip zu bilden. Die Mannschaften sollten aus mindestens vier Personen bestehen, wovon mindestens eine Person des weiblichen Geschlechts zugeordnet werden musste. Das hieß also für alle: Lose ziehen. Das gezogene Los war mit einer entsprechenden Gruppennummer versehen. Jedes Team – neun insgesamt – musste gegen alle anderen entstandenen Mannschaften jeweils 20 Minuten lang spielen. So viel zum Spielmodus.
Freude machte sich in mir breit. Mein Glückslos führte mich direkt zu zwei hochgeschätzten Mitschülern sowie zu einem Schüler des 11'er Jahrgangs. Jetzt noch ein paar Siege heimfahren und der Tag wäre perfekt.
Doch dieses Ziel verfolgte jede Mannschaft und somit blieb es oft bis zur letzten Minute spannend. Spektakuläre Hechtsprünge, heftige Schmetterangaben und knallharte Angriffsschläge ließen den Gegner oft alt aussehen. Zudem war auch zu vernehmen, dass es die 10'er Jahrgänge im September beim BSA-Volleyballturnier nicht einfach haben werden, da mit dem 11'er Jahrgang vermutlich ein nicht ganz so schwacher Konkurrent heranwächst. Vermutlich.
Doch man soll nicht den Tag vor dem Abend loben. Das dachte sich mein Team auch und deshalb waren wir voller Hoffnung, nach vereinzelten Siegen und Niederlagen doch noch ein Plätzchen auf dem Podium zu erhaschen. Hätten wir realistisch gedacht, dann wären wir uns vermutlich der aussichtslosen Lage stets bewusst gewesen. Vermutlich!
Das Glück blieb uns halt nicht lange treu. Stark angefangen und genauso stark nachgelassen, ließ uns unser ausgeglichenes Sieg-Niederlage-Verhältnis im undankbaren Mittelfeld der Tabelle verweilen. Welch grausame Erkenntnis für uns hochmotivierte Sportler.
„Es gibt Schlimmeres“, sagte ich mir. Zum Beispiel den Leichtsinn meiner Mitschüler zu beobachten, die es mit der Sonne zu gut gemeint hatten. Ich meine, es war verständlich, dass man die versäumte Bräunung der vergangenen sechs Wochen des „Sommers“ nachholen wollte. Jedoch wächst Gras auch nicht schneller, wenn man dran zieht. Somit ließen sich überwiegend die Jungs gutgläubig mit freiem Oberkörper von der geballten Sonnenladung bestrahlen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Noch ein wenig mehr rote Farbnuancen und die Herrschaften hätten getrost als rote Ampelmännchen durchgehen können. Doch wer mag schon rote Ampeln?
Cindy Krüger, SP10-2